Rohrgurtförderer

Im Unterschied zur klassischen Konstruktion eines Gurtband-Förderers, bei dem das Obertrum des Gurtes über Tragrollen läuft, die sowohl den Durchhang des Gurtes begrenzen als auch die Muldung des Gurtes bewirken, läuft der Gurt bei diesem Typ Förderer in einem Rohr.Die Bauart weist mehrere Vorzüge auf:

  • Es gibt praktisch keinen Durchhang des Gurtes, er walkt nicht zwischen den Tragstationen auf und ab. Das verringert die erforderliche Antriebsleistung.
  • Das Gut ist vor der Witterung geschützt und die Umgebung kann nicht vom Gut beeinflusst werden (Staub, Schmutz).
  • Die perfekte Muldung des Gurtes führt zu einer besseren Abstützung der Gut-Partikel untereinander. Das ermöglicht bei Propfenförderung Steigungen von mehr als 30°, obwohl der Gurt nicht über Mitnehmer verfügt.
  • Es kommt ein Spezial-Gurt zum Einsatz, der an der Unterseite offenes Gewebe aufweist, das verringert den Reibungswiderstand im Rohr.
  • Zusätzlich kann Luft von unten in das Tragrohr eingeblasen werden, der Gurt läuft auf einem Luftpolster, was die Gleitreibung im Rohr verringert und zu einer sehr niedrigen erforderlichen Antriebsleistung führt.


Tragwerke der Rohrgurt-Förderer:


Das Tragrohr wird über die Stützflansche auf einer Untergurt-Ebene abgetragen. Mit „Untergurt“ ist hier die bühnenartige Trägerlage des Stahlbaus gemeint. Der kombinierte Querschnitt aus Rohr und Stahlträgerlage stabilisiert die Konstruktion sowohl vertikal (Eigengewicht, Gut und Schnee) als auch horizontal (Wind). Die Stützweite vergrößert sich gegenüber der Variante, bei der nur das Rohr trägt.

Um besonders große Stützweiten bis zu 76 m zu erzielen, kann der Rohrgurtförderer über Seile an Pylonen abgefangen werden.

Rohrgurt-Förderer werden also eingesetzt als

  • Steilförderer bis über 30° Steigung
  • Gurtförderer mit sehr großen Stützweiten bis 76 m und sehr großen Achsabständen über mehrere hundert Meter


Der Rohrgurt-Förderer ist sehr wartungsarm, da praktisch nur die Rücklaufrollen im Untertrum des Gurtes inspiziert und ausgetauscht werden müssen. Tragrollen sind lebensdauergeschmiert, ein Nachschmieren im Betrieb ist nicht erforderlich.

Um trotzdem eine Inspektion der Strecke vorzunehmen, kann der Förderer mit einer Zusatzeinrichtung ausgerüstet werden:

Der Revisionswagen stellt eine Innovation des Büros Klamke dar und ist bisher noch nicht Stand der Technik. Der Wagen verfügt über eine elektrische Ausrüstung, die aus

  • Batterie
  • Wandler Gleichstrom / Wechselstrom
  • Frequenzumrichter


besteht. Damit kann der Wagen die gesamte Strecke anderthalb bis zwei Mal hin und zurück abfahren, bevor die Batterie wieder geladen werden muss. Als Fahrgerüst dient die Untergurtebene des Stahltragwerkes (s.o.).

Rohr-Gurt-Förderer mit Pylonen